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Sanierung "Altes Rathaus" Metzingen

 

 

 

Bauherr

Stadt Metzingen

Vertreten durch

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler

Stuttgarter Straße 2-4

72555 Metzingen

 

Architekten

arge sar

Dipl. Ing. Markus Haug – Freier Architekt BDA

Dipl. Ing. (FH) Thomas Redlinger – Freier Architekt

72555 Metzingen, Schillerstraße 15

 

SANIERUNG  „ALTES RATHAUS“ METZINGEN

Aufgabenstellung

Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wurde, nach diversen Eingriffen und Umbauten in den vergangenen Jahrhunderten, letztmalig 1913/14 im Zuge eines größeren Umbaus erweitert und im Inneren umstrukturiert. Bei der Planung galt es einerseits die energetischen Belange einschließlich der Haustechnik, den vorbeugenden Brandschutz und die Barrierefreiheit zu untersuchen und den heutigen Anforderungen anzupassen.

Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen sollten auch die bislang nicht ausgebauten Flächen des 1. und 2. Dachgeschosses einer Nutzung durch die Verwaltung zugeführt werden. Andererseits sollte die Erscheinung des Gebäudes und seiner hochwertigen Einbauten, nebst evtl. Funde, wie vor ca. 100 Jahren wieder herausgearbeitet werden.

 

Energetische Belange

Aus denkmalpflegerischer Sicht durfte das Erscheinungsbild des Gebäudes im Fassadenbereich keinesfalls verändert werden. Die Wandflächen, mit Ausnahme der historischen Sitzungssäle, wurden deshalb mit einer Innendämmung versehen. Die energetische Ertüchtigung der historschen Fenster erfolgte über innen vorgesetzte Kastenfenster. Die gesamte Dachfläche wurde neu gedämmt ohne das Erscheinungsbild der ruhigen Dachflächen einschließlich der Dachranddetails maßgeblich zu beeinflussen.

Die Heizungsanlage im „Alten Rathaus“-Gebäude ist aufgelöst worden, die Versorgung erfolgt nun durch die Anlage des neuen Rathauses in der Nachbarschaft. Für die Dachgeschosse ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert worden. Langfristiges Ziel ist eine CO2-neutrale Bilanz beider Gebäude durch den Einbau eines BHKW im neuen Rathaus zu erreichen. Sowohl die Heizungssteuerung als auch die Lichtsteuerung im Gebäude werden zentral über Präsenzmelder und über eine tageslichtabhängige Steuerung geregelt. Um den Energieverbrauch des Gebäudes weiter zu minimieren sind sämtliche Beleuchtungskörper mit LED-Technik ausgestattet.

 

Vorbeugender Brandschutz

Den geltenden Vorschriften entsprechende Flucht- und Rettungswege aus dem Gebäude zu schaffen, ist vorrangiges Ziel dieser Maßnahmen gewesen. Der erste rauchfreie Rettungsweg aus dem Gebäude ist über das historische Treppenhaus nachgewiesen worden. Durch den Einbau von nahezu rahmenlosen und deshalb sehr transparent wirkenden Brandschutzverglasungen in die, dem Treppenhaus angelagerten, Hallen konnte der erste Rettungsweg abgeteilt werden, ohne den großzügigen Eindruck dieser Foyers zu beeinträchtigen. Die zweite Rettungsmöglichkeit in den Normalgeschossen erfolgt über die Fenster der Büros. Für das 1. und 2. Dachgeschoss wird diese Möglichkeit durch eine freitragende Stegkonstruktion, über die Decke des historischen Sitzungssaals hinweg, zum Südgiebel geschaffen, hier kann die Feuerwehr das Gebäude ungehindert anleitern.

 

Barrierefreiheit

Ein neu eingebauter Aufzug ermöglicht in Zukunft sämtliche Ebenen, bis zum 2. Dachgeschoss, barrierefrei zu erreichen. Durch die geschickte Platzierung des Aufzugs im Grundriss ist es außerdem möglich gewesen, die Gebäude- und Flächensubstanz zu schonen. Die Wahl eines modernen Aufzugstyps erlaubte auf eine hohe Überfahrt, die aus der Dachfläche geragt hätte, zu verzichten. Durch eine neu angelegte Rampe und eine automatische Zugangstür kann das Gebäude auch vom Rathausplatz her barrierefrei erreicht werden.

 

Sämtliche Eingriffe und Maßnahmen wurden in ständiger Begleitung und Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Tübingen, Referat 26 - Denkmalpflege durchgeführt.